
Zecken
Kleine Vampire
Ab zehn Grad werden die Biester aktiv, erwachen aus der Winterstarre und haben Hunger und auch Knoblauchduft kann sie nicht davon abhalten. Sie stehen voll auf Säugerblut und lassen sich zehn Stunden Zeit für eine Mahlzeit. Dabei schwellen sie auf das 200fache ihrer ursprüngichen Größe an. 25 verschiedene Krankheitserreger können sie übertragen.Das Opfer merkt meistens nicht mal was von dem Blutsauger - oft weiß man erst, wenn sich Abgeschlagenheit und Fieber einstellen, dass eine Zecke zugebissen hat.Zecken lauern entgegen allen Gerüchten nicht auf Bäumen, von denen sie sich auf ihre Opfer herabstürzen, sondern sitzen bis etwa einen Meter Höhe in Büschen, auf Grashalmen, Farnen und Zweigen und werden im Vorübergehen abgestreift. Sie beißen häufig auch nicht sofort zu, sondern suchen sich häufig erst ein warmes Plätzchen in weichen Hautfalten, besonders gerne im Nacken, in Achselhöhlen, Kniekehlen, aber auch im Bauchnabel, hinter den Ohren und auf dem Kopf.
Impfen schützt
Zwei der häufigsten Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden, sind die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME).
Die FSME ist eine entzündliche Erkrankung des Gehirns, jede tausendste Zecke kann die krankheitsauslösenden Viren übertragen. 500 Mal häufiger allerdings übertragen Zecken Borellien, das sind krankmachende Bakterien. Etwa 30. - bis 40.000 Menschen trifft es bei uns im Jahr, die an der Lyme-Borelliose erkranken.
Wer in zeckendurchseuchten Gegenden lebt oder beabsichtigt, dort Urlaub zu machen, sollte sich rechtzeitig gegen die FSME (und die gefährlichere Variante RSSE) impfen lassen. Am besten Ende Februar, Anfang März, wenn die Temperaturen wieder in den zweistelligen Bereich klettern, aber bevor die Zecken aktiv werden.
Die Impfung erfolgt in drei Teilen und wird in der Regel von der Krankenkasse bezahlt. Die erste Impfung also Ende Februar, die nächste zwei bis vier Wochen später, die Auffrischung nach einem knappen Jahr. Die Impfung schützt dann für mindestens drei Jahre. Im Gegensatz zur FSME gibt es gegen die Borelliose noch keinen wirksamen Impfschutz. Geimpfte können also trotzdem durch einen Zeckenbiss ernstlich krank werden.
Wer ist gefährdet?
Im Prinzip jeder, der sich draußen in der Natur aufhält, durch Wald und Wiesen streift. Es gibt Vorsichtsmaßnahmen, um sich vor Zeckenbissen zu schützen:
- Beim Wandern und Spazierengehen breite Wege wählen und nicht durchs Gelände streifen.
- Geschlossene Kleidung tragen - Strümpfe über Hosenbeine, geschlossene Schuhe, lange Ärmel, lange Hose...
- Helle Kleidung tragen - darauf kann man Zecken besser erkennen.
- Alle, die regelmäßig oder berufsmäßig in Wald und Feld unterwegs sind, sollten sich unbedingt impfen lassen.
- Nach Natur-Spaziergängen (oder so) die Haut nach Zecken absuchen.
Übrigens:
Haustiere haben häufig Zecken. Hat sich so eine Zecke bei Hund oder Katze noch nicht festgebissen, kann sie beim Streicheln unbemerkt auf "Herrchen " oder "Frauchen" überwechseln. Und: Auch Tiere können durch Zeckenbisse krank werden!Wie entfernt man eine Zecke?
Hat dich eine Zecke erwischt, dann helfen weder Uhu noch Öl. Im Gegenteil: Wenn du diese "Hausmittelchen" auf den Leib der Zecke schmierst, in der Hoffnung, sie ersticke dadurch, dann gerät das Vieh in Panik und entleert seinen Darminhalt inklusive allen darin befindlichen Krankheitserregern in die Bisswunde und damit in dein Blut.
Stattdessen so schnell wie möglich nach einem Biss mit einer spitzen Pinzette das Biest ganz nah an der Haut packen und senkrecht nach oben heraus ziehen. Dass man sie in einer bestimmten Richtung herausdrehen muss, ist Blödsinn, der Stechrüssel hat schließlich kein Gewinde. Nicht quetschen oder auf den Leib drücken! Danach die Bissstelle desinfizieren.
Nach einem Zeckenbiss solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen - auch wenn das vielleicht übertrieben klingt. Die herausgezogene Zecke mitnehmen -- der Arzt kann dann untersuchen lassen, ob die Zecke Träger von Borellien oder FSME-Viren war. Diese Untersuchung kostet etwa 20 bis 40 Euro und wird von der Krankenkasse in der Regel nicht bezahlt. Leider ist die Untersuchung nicht standardisiert und sollte deshalb in Laboren erfolgen, die besondere Erfahrung damit haben. Landesgesundheitsämter können vielfach darüber Auskunft erteilen, welches Labor geeignet ist.




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