
Reisemedizin
Reisen ohne Reue
[7/08]Wohl noch nie waren junge Leute so mobil wie heutzutage. In diesen Ferien Interrail durch Südeuropa, nach dem Abi ein Jahr durch die halbe Welt. Oder auch nur der Last-Minute-Trip in die Dominikanische Republik. Wer solch eine Reise plant, muss an vieles denken. Genug Geld? Wie viel Gepäck? Welche Ausrüstung? Wer versorgt in der Zeit die Katze? An nötige Impfungen denken viele zuallerletzt. Ist aber eine wichtige Sache.Hast du einen Impfpass? Ja? Und was steht da so drin? Wann bist du zum Beispiel das letzte Mal gegen Wundstarrkrampf geimpft worden? Braucht man sowieso nicht, denkst du vielleicht. Schließlich kennst du niemanden, der jemals diese Krankheit hatte. Stimmt. Eben weil man als Kind routinemäßig dagegen geimpft wird. Dieser Schutz muss aber alle 10 Jahre aufgefrischt werden. Und bevor man auf eine längere Reise geht, die vielleicht auch noch auf fremde Kontinente führt, ist eine Auffrischung ganz wichtig. Denn in vielen Ländern sind diese und andere Krankheiten noch gang und gebe.
Gegen diese drei Krankheiten solltest du in jedem Fall geimpft sein, selbst, wenn du gar nicht vorhast zu verreisen:
• Tetanus (Wundstarrkrampf)
• Diphterie
• Polio (Kinderlähmung)
Polio ist seit 1998 keine "Routineimpfung" mehr und wird deshalb nicht von den Krankenkassen bezahlt.
Pieksen lassen
Je nach dem, wohin dich deine Reise führt, brauchst du weitergehenden Impfschutz. In Afrika, Asien und Südamerika kann man sich eher als bei uns mit einer Leberentzündung anstecken. Deshalb empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis A und B.
Wer in bestimmte Gegenden Afrikas, Asiens und Südamerikas reist, dem raten Mediziner außerdem zu einer Impfung gegen Typhus. Das ist eine schwere Durchfallerkrankung, die weltweit vor allem in warmen Ländern mit schlechten Hygienebedingungen vorkommt.
Welche Impfung für welches Reiseziel empfohlen wird, kann dir ein Arzt sagen, vielleicht gibt es auch eine reisemedizinische Sprechstunde im Gesundheitsamt deiner Stadt. Gute Informationen gibt es auch auf den Webseiten des Auswärtigen Amts und der Uniklinik München.
Auf den letzten Drücker
Eigentlich braucht ein wirksamer Impfschutz einen gewissen Vorlauf. Diese Zeit hast du natürlich nicht, wenn du dich ganz spontan zu einen Trip in die Tropen entschließt. Trotzdem solltest du dich noch impfen lassen – bis zu einen Tag vor Abflug ist dies bei Tetanus, Diphterie, Hepatitis A und Polio möglich. Problematisch wird es bei Impfungen gegen Hepatitis A und B in Kombination, Gelbfieber und Tollwut. Hier sind mindestens drei Injektionen nötig, damit sich ein vollwirksamer Impfschutz aufbauen kann. Erkundige dich auf jeden Fall bei einer reisemedizinischen Beratung!
Montezumas Rache entgehen
Genauso wichtig wie ein guter Impfschutz ist es, sich an wenige Verhaltenstipps zu halten, besonders, was das Essen angeht. Zusammengefasst lauten die: Cook it, boil it, peel it or leave it. Alles was man nicht kochen oder schälen kann, davon solltest du die Finger lassen. Trink kein Wasser aus dem Wasserhahn oder aus öffentlichen Brunnen. Verwende auch zum Zähneputzen Mineralwasser. Verzichte auf Eiswürfel in deinen Drinks. Achte insgesamt auf eine gute Hygiene, das ist schon die halbe Miete.
Die Mücke machen
Wenn du in Malaria-Gebiete fährst, denke penibel daran, die Malaria-Prophylaxe-Tabletten regelmäßig einzunehmen und dich zusätzlich mit Anti-Mücken-Mitteln (Repellents) und langer, heller Kleidung zu schützen. Schlafe wenn möglich nur unter einem Moskitonetz. Für deine Ausrüstung bedeutet das: Moskitonetz und ausreichend Bindfaden sowie Reißzwecken, kleine Nägel oder sonstiges zum Befestigen mitnehmen. Statt Bindfaden schwören einige auf ungewachste Zahnseide. Die ist stabil und nimmt im Gepäck nicht viel Platz weg.
Kröten zählen
Reist du gar nicht zum eigenen Vergnügen sondern auf Anweisung deines Arbeitgebers ins Ausland, dann muss der übrigens alle Kosten für die Schutzimpfungen übernehmen. Ansonsten bezahlt man sie, wenn man über 18 Jahre alt ist, bis auf die Routineschutzimpfungen aus eigener Tasche. Das kann, zugegebenermaßen, die Reisekasse ziemlich belasten. Aber das sollte dir deine Gesundheit wert sein. Und die paar Euro für eine Auslandskrankenversicherung sind auf jeden Fall gut angelegt.
Solltest du dich nach der Rückkehr von deiner Reise irgendwie krank und schlapp fühlen, erzähle dem Arzt unbedingt davon, wo du gewesen bist. Nur so kann er andere als die „üblichen“ Wehwehchen in seine Überlegungen miteinbeziehen und dich richtig behandeln.




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