
Psychologie
Krank im Urlaub
Kennst du das auch? Endlich sind die lang ersehnten Ferien da, schon liegst du mit einer fetten Sommergrippe im Bett. Das geht besonders denen so, die bis zum Schluss richtig Stress hatten. Das Immunsystem ist geschwächt und das Umschalten von „Volle Power“ auf „Ausruhen und Abhängen“ funktioniert nicht. Kein Wunder, dass die nächste Infektion leichtes Spiel hat. Wer ganz langsam „runter kommt“ hat gute Chancen, dass sein Urlaub nicht durch Krankheit getrübt wird.Noch schnell vorm Urlaub alles fertig machen – schließlich will man den Kollegen kein Chaos hinterlassen. Bei manchen artet dieser gute Vorsatz in echten Stress aus. Auch die Anreise in den Urlaubsort geht für einige alles andere als reibungslos: Staus, zu wenig Bewegung, zu wenig getrunken, Klimaanlage bis zum Anschlag gegen die Hitze aufgedreht. Und die Freundin nervt auch rum. Statt der erhofften Erholung ereilt dann so manchen prompt eine Erkältung oder Sommergrippe.
Denn von 100 auf null runterschalten, das bekommt unser Körper nicht hin. Stress schlaucht und schwächt die Abwehrkräfte.
Besser ist es, sich vor der Fahrt in den Urlaub ein bis zwei Tage Zeit zu nehmen, „runterzukommen“. Bewusst langsamer machen, sich auf den Urlaub einstimmen. In Ruhe die Sachen packen und ausreichend Zeit für die Fahrt einplanen. Was bringt es, wenn du in 10 Stunden ohne Pause bis ans Mittelmeer bretterst, und du doch nur völlig zerschlagen dort ankommst? Wer einigermaßen fit am Urlaubsort eintrifft, der nimmt auch kleinere Unstimmigkeiten wie knarrende Betten oder das zu warme Bier in der Bar eher gelassen.
Krach macht auch krank
Nicht nur Krach im Sinne von Lärm, sondern auch der Beziehungskrach. Denn permanenter Dauerstress mit dem Partner ist für die Gesundheit ganz allgemein auch nicht sehr zuträglich.
Interessanterweise trennen sich besonders viele Paare nach einem gemeinsamen Urlaub. In Deutschland wird jede dritte Scheidung nach dem Urlaub eingereicht. Meistens entladen sich aufgestaute Konflikte, die man im Alltag verdrängt hat.
Viele meinen, im Urlaub müsse alles perfekt laufen. Und scheitern an diesem hohen Anspruch. Der Urlaub wird ein Fiasko. Und oft liegt es tatsächlich daran, dass die beiden plötzlich so viel Zeit miteinander verbringen müssen. Und die Eigenheiten des Partners plötzlich total nervig finden. Oder weil beide ganz unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie ein toller Urlaub sein soll: Sie will shoppen gehen und danach am Strand liegen, er lieber ein Motorrad mieten und über die Insel fahren. Ihm reicht es, die Zeitung zu lesen und danach zu faulenzen, sie möchte aber lieber „Kultur“ erleben und jedes Museum besuchen.
Für eine Beziehung kann ein Urlaub also echt zur Bewährungsprobe werden. Besser also, wenn ihr schon zuhause klärt, wie ihr euch euren perfekten Urlaub vorstellt und versucht, Kompromisse zu finden. Wenn das nicht gelingt: Es zwingt euch keiner, gemeinsam zu verreisen. Für manche Paare mag es tatsächlich erholsamer sein, getrennt in Urlaub zu fahren.
Jetzt hat es dich erwischt – was nun?
Bei einer einfachen Sommergrippe helfen die Mittel aus der Reiseapotheke : Paracetamol oder Aspirin gegen Kopfschmerzen, Halstabletten und eventuell Schnupfenspray, damit du besser atmen und durchschlafen kannst. Viel trinken, viel Ruhe und viel frische Luft helfen oft Wunder.
In Hotelanlagen gibt es häufig einen deutsch sprechenden Arzt. Der kann bei argen Beschwerden gerufen werden. Einen Auslandskrankenschein dabei zu haben ist gut, aber nicht immer eine Garantie dafür, dass man die medizinische Behandlung nicht doch bezahlen muss. Sehr praktisch – ganz besonders bei Fernreisen – ist eine Auslandskrankenversicherung. Die kostet nur ein paar Euro im Jahr und deckt auch einen möglicherweise notwendig werdenden Rücktransport – falls es dich ganz übel erwischt haben sollte.
Dafür, dass dich landestypische Krankheiten nicht erwischen, kannst du in gewisser Weise selbst Vorsorge tragen: Impfungen, kein Wasser aus dem Hahn trinken etc..




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