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März 2009

Körperschmuck mit Risikofaktor

Beim Piercen kann einiges schiefgehen

Augenpiercing
Die Augenregion ist besonders empfindlich. Entzündungen können sich von dort bis auf die Hirnhaut ausbreiten, Nervenverletzungen, Augenlid- und Sehstörungen hervorrufen. Auch Metallausschwemmungen aus minderwertigem Schmuck gelangen unter Umständen ins Auge und richten dort irreparable Schäden an. Kontaktlinsenträger sollten in den ersten drei Wochen nach dem Eingriff auf ihre Brille zurückgreifen.

Mundpiercing
Bei Lippenpiercings können durch Bakterien im Mundraum Entzündungen entstehen. Essen und Trinken – und auch Küssen – fallen dann schwer und sind schmerzhaft.

Zungenpiercing
Nach dem Stechen durch die Zunge schwillt diese nicht selten an und tut weh. Vorsicht, wenn sie sehr dick wird: Es drohen Atemnot und Erstickungsanfälle. Aufgrund der hohen Nervenkonzentration sollte die Zunge auf keinen Fall an den Seiten gepierct werden. Piercings im Mundbereich verursachen manchmal auch Zahnausfall.

Nasenpiercing
Im Naseninnenraum befinden sich vermehrt Bakterien, die zu Entzündungen führen können, besonders wenn der Piercer eine Ohrlochpistole verwendet.

Ohrpiercing
Wenn der Ohrknorpel beim Piercen verletzt wird, kommt es fast immer zu einer sehr schmerzhaften Entzündung. Übrigens: Ein Piercing im Ohrläppchen heilt viel schneller ab als eines in der Ohrmuschel.

Bauchnabelpiercing
Enge Kleidung, Schmutzpartikel und Feuchtigkeit in der Bauchnabelregion sind der Grund für ein erhöhtes Entzündungsrisiko beim Bauchnabelpiercing. In der Heilphase ist es deshalb besonders wichtig, die Wunde regelmäßig und gut zu reinigen.

Potenzielle Allergieauslöser
Weil minderwertiger Piercingschmuck oft Allergien auslöst, sollte man nur Schmuck aus hochwertigem Material wie Gold, Titan oder Platin wählen – auch wenn dieser teurer ist. Billige Stücke enthalten oft Nickel, Chrom oder Kobalt – alles bekannte Allergieauslöser. Die Sammelbezeichnung „Chirurgenstahl“ sagt übrigens nichts über die Zusammensetzung beziehungsweise Qualität aus.

Hygiene oberstes Gebot
Piercen und Tätowieren stellen immer einen ambulanten operativen Eingriff dar. Selbst wenn steril gearbeitet wird, kann es daher zu den üblichen Komplikationen wie bei jeder anderen Operation kommen. Über das Blut können Infektionserreger wie Hepatitis-B- oder -C-Viren sowie HIV übertragen werden, auch eine Blutvergiftung ist möglich. Oberstes Gebot ist daher Hygiene, auch nach dem Eingriff.

Nur mit Einwilligung
Tätowieren oder Piercen stellen aus rechtlicher Sicht eine Körperverletzung dar. Deshalb dürfen diese Eingriffe nur mit ausdrücklicher Einwilligung erfolgen. Bei Minderjährigen müssen zusätzlich die Eltern, schriftlich oder persönlich, zustimmen.

Komplikationen nach Unfall

Mögliche Komplikationen, die bei einem Unfall durch ein Piercing verursacht werden können, werden oft unterschätzt beziehungsweise gar nicht erst bedacht. Zum Beispiel, wenn sich die Verschlussmechanismen des Schmuckstückes nicht leicht und schnell öffnen lassen – oder der diensthabende Notarzt nicht weiß, wie das geht. So etwas kann durchaus lebensbedrohlich werden, zum Beispiel wenn ein Bewusstloser an seiner gepiercten Zunge zu ersticken droht. Auch eine künstliche Beatmung kann durch ein Zungenpiercing schwierig werden.
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Bauchnabelpiercing; Foto von E.Eibner/digitalstock
Gut zu wissen: Patienten, die aufgrund eines Piercings oder eines Tattoos krank werden, müssen sich an den Folgekosten beteiligen




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