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April 2010

Den Durchblick behalten

Modelle: Vielfalt statt Einfalt
Schutzbrillen gibt es in sehr vielen Ausführungen. Welche verwendet werden, hängt von der Arbeitsumgebung und der Art der Gefährdung ab.

Es gibt zum Beispiel Bügelbrillen, die sich leicht auf- und absetzen lassen. Sogenannte Korbbrillen mit einer hinter dem Kopf geführten elastischen Bebänderung schließen umdie Augen herumdichter ab als Bügelbrillen. Sie eignen sich häufig auch als „Überbrille“, wenn der Benutzer sowieso schon Brillenträger ist. Für Schweißerarbeiten gibt es spezielle Schutzhelme oder -schirme mit Visier. Sie verfügen über sogenannte opto-elektrische Filter, die sich bei jedem Blitzen in nur 0,15 Millisekunden verdunkeln und anschließend sofort wieder aufhellen. So sorgt der Helm für gute Sicht ohne verblitzte Augen. Außerdem gibt es noch spezielle Laserschutz- oder Laserjustierbrillen.

Überall, wo dieses Zeichen angebracht ist, muss Gesichtsschutz getragen werden. Sogenannte Gesichtsschutzschirme schützen neben den Augen auch das Gesicht sowie Teile des Halses.

Anders als Brillen schützen Schilde, Schirme und Hauben nicht nur die Augen, sondern auch das Gesicht und den Hals. Sie verhindern unter Umständen auch, dass Schadstoffe eingeatmet werden.


© Uvex
Beispiel für eine Laserschutzbrille
Leicht und extrem belastbar
Vorbei sind die Zeiten der schweren, unbequemen und hässlichen Schutzbrillen. Die heutigen Hersteller setzen auf ein modisches Design, neueste Technik und verbessern ständig den Komfort und damit die Sicherheit des Trägers. So gibt es mittlerweile Schutzbrillen mit scharnierlosen Bügeln, die sich wie Gummibänder an die Kopfform des Trägers anpassen. Andere Modelle haben mehrstufig verstellbare Bügellängen und können so passgenau eingestellt werden. Außerdemsind diemeisten Arbeitsschutzbrillen an den empfindlichen Stellen wie Ohren und Nase mit Polsterungen ausgestattet. Überhaupt sind moderne Schutzbrillen super leicht und drücken nichtmehr. Der BrillenherstellerUvex hat nach eigenen Angaben die „leichteste Schutzbrille der Welt“ im Angebot. Sie wiegt gerade mal 18 Gramm. Das ist so viel wie eine CD. Moderne Brillen können aber noch mehr: Dank spezieller Beschichtungen beschlagen sie kaum noch. Ein Vorteil für alle, die ständig im Wechsel von warmer und kalter Umgebung arbeiten.Wer häufig zwischen drinnen und draußen, dunkel und hell wechseln muss, freut sich über Brillengläser, die sich beim Auftreffen von Sonnenlicht innerhalb weniger Sekunden verdunkeln, in dunkler Umgebung dann wieder ruckzuck hell werden. Die meisten hochwertigen Arbeitsschutzbrillen bestehen aus schlagfestem Polycarbonat (PC). Das ist ein Hightech-Werkstoff aus der Luft- und Raumfahrttechnik. Er ist leicht und extrem belastbar.

Putzen nicht vergessen
Nur wer seine Schutzbrille immer schön reinigt und sorgsam aufbewahrt, behält auf Dauer beim Arbeiten den Durchblick. In vielen Betrieben gibt es Reinigungsstationen, die eine Reinigungsflüssigkeit und spezielle Trockentücher bereithalten, die die Brille nicht verkratzen. Fehlt in Ihrem Betrieb eine solche Station, waschen Sie die Brille kurz mit klarem Wasser ab. Ganz wichtig: Die Gläser nicht trocken reiben, sondern vorsichtig abtupfen. Sonst kann die Beschichtung beschädigt werden.


© Sinotec
Beispiel für einen Schweißerschutzhelm


Augenschutz gehört zur PSA
PSA – was ist das überhaupt? Der Fachausdruck „Persönliche Schutzausrüstungen“ klingt furchtbar trocken, vorschriftsmäßig und kompliziert. Dabei ist die Sache ganz einfach: Man versteht darunter alles, was den Körper vor schädigenden Einflüssen schützt, also zum Beispiel Schutzbrillen, Schutzhelme, Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe, spezielle Arbeitskleidung, Gehörschutz, ja auch Atemschutzgeräte und sogar Anseilsysteme gegen den freien Fall aus luftigen Höhen. Laut Vorschriften muss PSA immer dann getragen werden, wenn Gefährdungen für den Menschen nicht anders zu vermeiden sind. Das heißt, wenn technische oder organisatorische Schutzmaßnahmen nicht möglich oder nicht ausreichend sind (zum Beispiel wenn die Absaugung giftiger Dämpfe nicht möglich ist oder Arbeitsabläufe mit gegenseitiger Gefährdung nicht anders organisiert werden können). Klartext: Das Tragen von Persönlicher Schutzausrüstung ist nur die drittbeste Möglichkeit, sich vor Unfällen und Gesundheitsgefahren zu schützen. Und gerade deshalb ist sie so wichtig: Wer etwa trotz starker mechanischer Gefährdung seinen Augenschutz nicht trägt, riskiert im schlimmsten Fall zu erblinden.

Was das alles kostet ...

© Uvex
Beispiel für eine Bügelbrille
Und wer kauft und bezahlt die PSA? Keine Panik, das muss allein der Arbeitgeber tun. Er ist per Gesetz verpflichtet, jeden Arbeitsplatz mit Hilfe einer sogenannten „Gefährdungsanalyse“ auf mögliche Gefährdungen hin zu überprüfen und dann angemessene Schutzmaßnahmen einzuleiten. Wenn dazu die entsprechende PSA gehört, muss er sie seinen Mitarbeitern kostenlos zur Verfügung stellen.
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