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Dezember 2010

Gedopt durch den Tag?

Nebenwirkung Abhängigkeit In Deutschland werden am häufigsten Schmerztabletten, Husten- und Erkältungsmittel, dann Magen- und Darmmittel und an vierter Stelle Psychopharmaka (Beruhigungs- und Schlafmittel) konsumiert. Viele dieser Mittel haben bei regelmäßigem Gebrauch nicht nur erhebliche organische Nebenwirkungen, sondern auch ein großes Suchtpotential. Das heißt, man kann nach längerer und regelmäßiger Einnahme von ihnen abhängig werden und hat das Gefühl, ohne sie nicht mehr leben zu können. Will man das Medikament absetzen, wehrt sich der Körper mit Entzugserscheinungen. Viele Medikamentenabhängige schaffen deshalb einen dauerhaften Entzug nur mit ärztlicher Hilfe in einer auf solche Patienten spezialisierten Klinik.

Ein Beispiel für Medikamente mit einem erhöhten Suchtpotential sind Schlaf- und Beruhigungsmittel (Benzodiazepine). Sie wirken angstlösend, dämpfend und schlaffördernd und werden deshalb bei akuten Angstzuständen, Unruhe, Gereiztheit, Übererregbarkeit und Schlafstörungen eingesetzt. Wird ein benzodiazepinhaltiges Präparat über drei Monate hinweg angewendet, führt das in der Regel zur Abhängigkeit. Auch sogenannte Psychostimulanzien sollten wegen ihrer Suchtgefahr nur nach eingehender Rücksprache mit dem Arzt, der sie verschrieben hat, eingenommen werden. Sie sind als „Dopingmittel“ beliebt, weil sie Müdigkeit und Erschöpfungsgefühle verdrängen und die psychische Aktivität, Konzentration und Leistungsfähigkeit steigern. Häufig werden diese Substanzen auch als „Weckamine“ bezeichnet, die auch in Appetithemmern eine wichtige Rolle spielen.


Bild: Dirk Uebele
Vollgedröhnt in den Unfall? Rote Karte von der Versicherung!
Die meisten Medikamente beeinträchtigen das Verhalten und die Reaktionsfähigkeit. Vor allem im Straßenverkehr und bei der Ausübung bestimmter Tätigkeiten spielt das eine große Rolle. So können beispielsweise Tranquilizer, bestimmte Schmerz-, Erkältungs-, Grippe- und Allergiemittel einen dämpfenden Einfluss auf Reflexe und Reaktionsvermögen haben. Auch die Betäubungsspritze beim Zahnarzt, Rheumamittel, Antidepressiva und Diabetes-Medikamente, Hustenblocker sowie Augentropfen und -salben können das Fahrverhalten negativ beeinflussen.

Tipp: Setzen Sie sich niemals ans Steuer, wenn Sie ein Medikament eingenommen haben, welches das Fahrverhalten ungünstig beeinflusst. Informationen dazu stehen im Beipackzettel, den Sie immer aufmerksam lesen und auch mit Ihrem Arzt besprechen sollten. Insbesondere, wenn er Ihnen das Medikament verschrieben hat. Ganz gefährlich wird’s bei der Mischung von Alkohol mit bestimmten Medikamenten. Beide sollten im Straßenverkehr ebenso tabu sein wie Cannabis, Ecstasy etc. Kein Scherz: Wer im Tabletten-, Alkohol- oder Drogenrausch einen Unfall baut, verliert nicht nur seinen Führerschein und bringt sich strafrechtlich in Schwierigkeiten. Auch die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bezahlen unter Umständen in solchen Fällen weder bei Arbeits- noch bei Wegeunfällen zwischen dem Wohnort und der Arbeitsstelle die Folgekosten. Bei grober Fahrlässigkeit kann sogar die Vollkasko-Versicherung die Leistung verweigern und die Haftpflichtversicherung zahlt erst ab einem bestimmten Betrag. Der Rausch am Steuer kann also ziemlich teuer werden.

Wie verbreitet ist Doping am Arbeitsplatz?
Die einzige gezielte Befragung zu „Doping am Arbeitsplatz“ in Deutschland ist der DAK-Gesundheitsreport 2009. Befragt wurden 3.000 Erwerbstätige im Alter von 20 bis 50 Jahren. Insgesamt gaben fünf Prozent der Befragten an, häufig leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Medikamente einzunehmen, zum Teil taten sie dies auf ärztliche Verordnung oder sie griffen zu nicht verschreibungspflichtigen Mitteln. Etwa ein bis zwei Prozent nahmen jedoch verschreibungspflichtige Medikamente ein, ohne dass eine entsprechende ärztliche Verordnung und Diagnose vorlagen. Dieser Anteil entspricht zirka 280.000 bis 560.000 Personen bundesweit. Speziell für die Zielgruppe Azubis gibt es keine gesicherten Daten über die Verbreitung von Doping am Arbeitsplatz.
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