
Oktober 2005
Betriebsanweisungen: Die Anleitung zum alles richtig machen
Schon mal was von einer Betriebsanweisung gehört? Da steht drin, was beim Umgang mit bestimmten Maschinen oder vielen Arbeitsstoffen zu beachten ist. Damit alles glatt läuft und nichts passiert.Wenn zu Hause die neue Digitalkamera auch nach gutem Zureden keine scharfen Fotos macht oder die Waschmaschine den Lieblingspullover in einen Filzknäuel verwandelt hat, dann hilft meistens ein Blick in die Bedienungsanleitung weiter.
Nützlich ist es, wenn man schon vor dem ersten Benutzen die Bedienungsanleitung aufmerksam durchliest, dann kann man einige Fehler vermeiden. Nun ist der Umgang mit einer Kamera oder einer Waschmaschine nicht besonders gefährlich. Wenn etwas schief läuft, hat man zwar Ärger und eventuell einige Kosten, aber man setzt selten ernsthaft seine Gesundheit aufs Spiel.
In vielen Berufen ist das ganz anders. Wer mit Maschinen oder Gefahrstoffen zu tun hat, der muss vor dem ersten Arbeitsbeginn über die möglichen Unfall- und Gesundheitsgefahren informiert beziehungsweise unterwiesen werden. Das geschieht unter anderem mit einer Betriebsanweisung, in welche die Angaben der Bedienungsanleitung des Herstellers mit einfließen, die aber in ihrem Informationsgehalt weit über eine reine Bedienungsanleitung hinausgeht.
Betriebsanweisung: Was ist das genau?
Die Betriebsanweisung regelt ganz genau, wie ein Beschäftigter am Arbeitsplatz mit einer Maschine (z.B. einer Presse), einem Fahrzeug (z. B. einem Radlader) oder einem Gefahrstoff (z. B. Chlor) umgehen muss, damit es nicht zu Gesundheitsgefährdungen oder sogar einem Unfall kommen kann.
Auch für Arbeitsverfahren (z. B. Schweißen) oder Arbeitsabläufe (z. B. Instandhaltungsarbeiten) müssen Betriebsanweisungen erstellt werden.
Ganz wichtig ist, dass Betriebsanweisungen überschaubar gestaltet (wenn möglich, sollte eine DIN A4-Seite ausreichen) und vor allem verständlich geschrieben sind. Fachchinesisch ist hier fehl am Platz und wenn ausländische Mitarbeiter nicht ausreichend Deutsch können, muss die Betriebsanweisung in deren Muttersprache verfasst sein.
Rot und Blau
Die Betriebsanweisungen für Gefahrstoffe und für Maschinen unterscheiden sich in Aussehen und Inhalt.
Betriebsanweisungen für Gefahrstoffe sind an den roten/orangefarbenen Rahmen und Querbalken zu erkennen.
Sie enthalten Angaben über
- Tätigkeit des Mitarbeiters,
- Anwendungsbereich des Gefahrstoffs im Betrieb,
- Gefahren für Mensch und Umwelt, die von dem Gefahrstoff ausgehen können,
- Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln, zum Beispiel persönliche Schutzausrüstungen,
- Verhalten im Gefahrfall und bei Störungen,
- Erste-Hilfe-Maßnahmen, Notfallzentrale und Ersthelfer,
- sachgerechte Entsorgung (Abfälle).
Ergänzt werden die einzelnen Abschnitte durch die jeweiligen Gefahrensymbole sowie die Warn-, Gebots- oder Verbotszeichen.
Betriebsanweisungen für Maschinen, Arbeitsverfahren und Arbeitsabläufe haben blaue Rahmen und Querbalken.
Sie enthalten Angaben über
- Anwendungsbereich,
- Gefahren für Mensch und Umwelt bei der Arbeit mit der Maschine,
- Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln beim Umgang mit der Maschine,
- Verhalten bei Unfällen, Erste Hilfe,
- Instandhaltung der Maschine,
- Entsorgung von Abfällen,
- Folgen bei Nichtbeachtung der Betriebsanweisung.
Auch diese Betriebsanweisungen werden durch die entsprechenden Warn-, Gebots- oder Verbotszeichen ergänzt.
Es nützt natürlich wenig, eine Betriebsanweisung irgendwo abseits auszulegen. Richtig ist es, sie gut sichtbar am jeweiligen Arbeitsplatz auszuhängen und sie darüber hinaus als Grundlage für die jährlich durchzuführende Unterweisung der Mitarbeiter einzusetzen.




![[Logo] www.jugend-arbeitsschutz-preis.de](/images_nextline/JAZ_Farbe.gif)
