
Bahnübergänge
Leichtsinn und Unwissenheit
01.02.2007 - „Pkw geriet zwischen Bahnschranken – Zwei Tote“, „Radfahrer an Bahnübergang von Zug erfasst“ – Immer wieder lesen wir solche Schlagzeilen. Bahnübergänge sind besondere Gefahrenpunkte, vor allem weil es bei vielen Verkehrsteilnehmern eine gefährliche Mischung aus Leichtsinn und Unwissenheit gibt.Wie schnell Züge unterwegs sind, wird oft unterschätzt. Wie lang ihr Bremsweg ist, wissen die Wenigsten. Selbst bei einer Vollbremsung aus 100 km/h kommt ein bis zu 1.200 Tonnen schwerer Güterzug erst nach rund 1.000 Metern zum Stehen. Ausweichmöglichkeiten gibt es für den Lokführer nicht. Dennoch überqueren viele Verkehrsteilnehmer leichtsinnig die Gleise.
Nach Angaben der 30. Continental Verkehrsuntersuchung aus dem Jahr 2006 neigen Fußgänger und Radfahrer am stärksten dazu, die Regeln an Bahnübergängen zu missachten. Doch auch beinahe jeder sechste Autofahrer ist zumindest in Ausnahmefällen bereit, einen Bahnübergang trotz sich senkender Schranken zu queren. Fast jeder fünfte Autofahrer ist bereit, zumindest in Ausnahmefällen Halbschranken zu umgehen oder zu umfahren. 25 Prozent der Kraftfahrer berichten, zumindest ausnahmsweise noch kurz nach Beginn der Rotphase einen Bahnübergang zu queren. Bei gleichzeitig noch geöffneten Schranken liegt deren Anteil sogar bei 30 Prozent. Männer neigen nach dem Ergebnis der Studie eher zu Fehlverhalten. Eine besondere Risikogruppe stellen die 20- bis 25-Jährigen dar.
Erschreckend viele Verkehrsteilnehmer wissen laut Continental-Untersuchung aber gar nicht, wie sie sich an Bahnübergängen verhalten müssen. So glaubt ein Drittel der Verkehrsteilnehmer fälschlicherweise, dass das Andreaskreuz zum Anhalten verpflichtet, auch wenn kein Zug kommt. Noch gefährlicher: 33 Prozent der befragten Verkehrsteilnehmer halten rotes Blinklicht am Bahnübergang für einen Warnhinweis und wissen nicht, dass sie unbedingt halten müssen, weil sich ein Zug nähert.
Drei von zehn Befragten glauben, bei gelbem Lichtsignal am Bahnübergang noch durchfahren zu dürfen. Jeder Siebte (14 Prozent) meint, dass man einen Bahnübergang trotz roten Lichtsignals queren dürfe, so lange die Schranke. noch offen ist.
Dabei sind die Regeln für Bahnübergänge denkbar einfach:
- Langsam an den Bahnübergang heranfahren. In der Regel weisen Schilder 240, 160 und 80 m vorher auf den Bahnübergang hin.
- Rot bedeutet Stopp! – Egal ob Blinklicht oder Dauerlicht.
- Prüfender Blick vor dem Überqueren der Gleise.
- Auf dem Bahnübergang gilt absolutes Haltverbot: Bei Staus also nicht auf den Bahnübergang fahren.
- Motor aus beim Warten, Scheinwerfer auf Standlicht stellen.




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