www.nextline.de wird seit Dezember 2010 nicht mehr aktiv gepflegt, bleibt aber als Materialsammlung online. Lehrkräfte, Ausbilder und Schüler beziehungsweise Auszubildende finden hier unter anderem die gesammelten Jahrgänge von 2005 bis 2010 aller erschienenen Unterrichtshilfen und ARBEIT UND GESUNDHEIT-next-Ausgaben, teilweise mit Foliensätzen. Diese Materialien sind auch als CD-ROM erhältlich.

Neues Angebot für Lehrkräfte und Ausbilder! www.dguv.de/lug
mehr...
Sitzkiste
Zum Vergrößern anklicken

DTM-Unfälle

Sitzkiste bewahrt vor Schlimmerem

24.06.07 - Bei ihrem schweren Unfall am 22. April 2007 in Hockenheim kamen die DTM-Asse Tom Kristensen und Alexandre Prémat mit vergleichsweise glimpflichen Verletzungen davon. Die so genannte Sitzkiste bewahrte sie vor schlimmeren, vielleicht sogar tödlichen Verletzungen. Dennoch sind Rennsportfachleute wie Christian Schacht, Automobilchef des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB) froh, „dass es bei diesem Unfall kein absoluter Volltreffer war“.


Nicht ganz mittig rammte Audi-Pilot Prémat das Fahrzeug seines Marken-Kollegen Kristensen, der sich in der ersten Runde des DTM-Laufes auf dem Hockenheimring gedreht hatte. Beim Aufprall war der Franzose immer noch 158 Stundenkilometer schnell. Dabei zog er sich einen Riss in einem Lendenwirbel zu. Der Däne Kristensen kam mit einer Gehirnerschütterung und Prellungen davon.

Bei den Kosten für ein DTM-Auto wird bei der Fahrersicherheit nicht gespart. Etwa ein Drittel der rund 850.000 Euro wird in Sicherheitsausstattung investiert. Sicherheitstechnik „auf höchstem Niveau“, meint Christian Schacht. In deren Mittelpunkt steht die Sitzkiste so genannte Sitzkiste, auch Monocoque genannt. Die Sitzkiste ähnelt einem Formel-1-Chassis und wird aus Kohlefaser gefertigt. Sie umgibt den Fahrer individuell in einem genau definierten maximalen Abstand. Sie besitzt eine einschalige, tragende, verwindungssteife Struktur. Dabei soll die Außenhaut die meisten angreifenden Kräfte aufnehmen. Das Material ist 40 Millimeter stark und muss einem seitlichen Druck von acht Tonnen standhalten. Die Sitzkiste hat 40 Zentimeter Abstand zur Fahrertür.

Ein spezielles Nackenschutz-System, Helm, Sechs-Punkt-Sicherheitsgurte und die mit einem speziellen Schaum an den Körper angepassten Sitze geben den Fahrern zudem unmittelbare Sicherheit.

Um die Sitzkiste herum wird ein Käfig aus rund 25 Metern hochfestem Stahlrohr verbaut, dessen Kreuzungen zusätzlich mit 2 Millimeter starken Stahlblechen verstärkt werden. Dazu gibt es noch ein Türkreuz aus dem gleichen Material wie der Käfig, der Stahl ist 2 Millimeter dick, die Rohre haben 40 Millimeter Durchmesser.

Sowohl die Kohlefaser-Zelle als auch der Rohrrahmen müssen im Bereich des Fahrers mit Energie absorbierendem Material gepolstert werden. Im Front- und Heckbereich des DTM-Autos werden schließlich noch Crashboxen aus Kohlefaser verbaut, die bei Unfällen wie die Knautschzone eines Serienautos möglichst viel Energie abbauen sollen.

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich brachte es nach dem Unfall die Erleichterung aller DTM-Verantwortlichen auf den Punkt: Wenn man die Sicherheitsausstattung dann tatsächlich braucht, „ist man nicht glücklich, aber sehr froh, wenn es wirkt“.
 | Übersicht

Zum Anfang der Seite springen
 


 
Druckversion
Diese Seite empfehlen




Sitemap