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Erste Hilfe

Erste Hilfe

Fresh up alle zwei Jahre

24.06.07 - Alle 96 Sekunden wurde im Jahr 2006 in Deutschland bei einem Verkehrsunfall ein Mensch verletzt oder getötet. Erste Hilfe kann Leben retten. Deshalb ist jeder Verkehrsteilnehmer dazu verpflichtet, Hilfe zu leisten. Doch viele haben Angst helfen zu müssen und dabei Fehler zu machen. Diese Angst und Unsicherheit können so genannte Fresh-up-Kurse nehmen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH), in der alle Hilfsorganisationen zusammengeschlossen sind, und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V. empfehlen Fahranfängern, das Training lebensrettender Sofortmaßnahmen zwei Jahre nach der Führerscheinprüfung zu wiederholen und ihr Erste-Hilfe-Wissen aufzufrischen.


Erste-Hilfe-Kurs
Vier Doppelstunden dauert die Unterweisung im Kurs „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“, die vor der Führerscheinprüfung (Klassen A, A1, B, BE, L, M, oder T) nachgewiesen werden muss. Bewerber um eine Fahrerlaubnis der Klassen C, C1, CE, C1E, D, D1, DE oder D1E müssen an einer Ausbildung in Erster Hilfe teilnehmen (acht Doppelstunden). Die Auffrischungskurse werden von allen Hilfsorganisationen angeboten und dauern drei Stunden. Infos gibt es unter www.bageh.de.

Wie wichtig eine regelmäßige Auffrischung ist, zeigen die von vielen Autofahrern geäußerte Angst und Unsicherheit, etwas falsch zu machen. Denn im Durchschnitt ist ihre letzte Unterweisung 17 Jahre her.

Helfen kann jeder. Dass man sich dabei zunächst überfordert fühlen kann, ist völlig normal. Grundsätzlich gilt: Kühlen Kopf bewahren, rechts ranfahren und die Warnblinkanlage einschalten. Vor dem Aussteigen möglichst eine Warnweste überziehen, vorsichtig aus dem Fahrzeug aussteigen und sich möglichst schnell einen Überblick über die Unfallsituation verschaffen. Nach Möglichkeit sollten weitere Herumstehende in die Rettungsaktion einbezogen werden. Zunächst ist die Unfallstelle abzusichern. Das Warndreieck sollte auf Landstraßen in mindestens 100 Metern Entfernung vor dem Unfallort aufgestellt werden, auf Autobahnen sogar im Abstand von 200 Metern. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, ist es ratsam, sich stets hinter den Schutzplanken oder nur am Rand des Seitenstreifens zu bewegen. Selbst beim Herbeiwinken von Hilfe sollte die Fahrbahn nicht betreten werden.

Jetzt sollte die Polizei über die Notrufnummern 110 oder der Rettungsdienst über 112 verständigt werden. Falls kein Telefon zur Hand ist, kann hierfür auf Autobahnen eine der regelmäßig am Seitenrand installierten Notrufsäulen genutzt werden. Die schwarzen Pfeilmarkierungen auf den weißen Leitpfosten am Fahrbahnrand weisen dabei den Weg.

Bei der Benachrichtigung der Leitstelle sollten die fünf W’s beantwortet werden: Wo ist der Notfallort? Was ist passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Art von Verletzung/Erkrankung? Warten auf Rückfragen?

Wenn der Unfallort gesichert ist und die Rettungskräfte alarmiert sind, gilt es, sich direkt um die Opfer zu kümmern. Und zwar zuerst um die, die am schwersten verletzt sind: Zunächst sollte man feststellen, ob es Bewusstlose gibt. Um sie sollte man sich zuerst kümmern. Zum Freihalten der Atemwege und damit zum Überleben müssen sie unmittelbar in die stabile Seitenlage gebracht werden. Sofern starke Blutungen erkennbar sind, können diese durch einen Druckverband gestillt werden. Hat der Verletzte Zeichen eines Schocks (Blässe der Haut, Schweißbildung im Bereich des Gesichtes, Frieren), muss er in die Schocklage gebracht werden, d.h. Kopf tief und Beine hoch.

Um auf einen Unfall vorbereitet zu sein ist es neben der Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse auch wichtig, dass die vorgeschriebene Ausrüstung des Fahrzeugs (Verbandkasten und Warndreieck) vollständig und einsatzfähig ist. Dies sollte regelmäßig überprüft werden. Weitere sinnvolle Hilfsmittel sind eine gute Taschenlampe, Warnkleidung, ein Feuerlöscher und ein Abschlepp-Seil.

Erster Hilfe kann Verletzten möglicherweise das Leben retten. Also: Rasch, beherzt und ohne Angst helfen.
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