
Diabetes
Erst messen, dann starten
Immer mehr junge Menschen erkranken heute an Diabetes. Längst ist die Zuckerkrankheit nicht mehr nur ein Altersleiden. Wissenschaftliche Studien zeigen zwar immer wieder: Diabetiker verunglücken im Straßenverkehr nicht häufiger als andere Autofahrer. Trotzdem gilt: Die Krankheit kann zu gefährlichen Situationen im Straßenverkehr führen.Das größte Risiko ist zu niedriger Blutzucker. Erste Anzeichen für einen gefährlichen Unterzucker (unter 50 Milligramm Zucker pro Deziliter Blut) sind zittrige Hände und weiche Knie, Schweißausbrüche und ein Unruhegefühl. Auch auf das Fahrverhalten wirkt sich der sinkende Zuckerspiegel aus: Dichtes Auffahren, verlangsamte Reaktion, verpasste Verkehrszeichen, Verlassen der Fahrspur können frühe Warnsignale sein. Wird nichts gegen die Unterzuckerung unternommen, kann dies sogar zur Bewusstlosigkeit führen.
Wird die Krankheit mit Insulin behandelt, kann die Gefahr der Unterzuckerung zunehmen. Diabetiker sollten auch unterwegs ihren gewohnten Rhythmus für Mahlzeiten und Insulindosierung beibehalten. Es empfiehlt sich, immer schnell verdauliche Kohlenhydrate (Traubenzucker, Würfelzucker oder Cola), Blutzuckermessstreifen oder ein Testgerät, den Diabetikerausweis, ausreichend Insulin und Spritzen bei sich zu haben. Vor jeder Fahrt sollten Diabetiker den Blutzucker messen, den Wert notieren und, wenn er zu niedrig ist, noch vor der Abfahrt etwas essen.
Treten während der Fahrt Anzeichen einer Unterzuckerung auf, sollte der Diabetiker baldmöglichst anhalten und etwas essen. Danach ist es wichtig, ca. 15 Minuten zu warten, bis der Zucker ins Blut gelangt ist. Liegt dann der Messwert wieder im Normalbereich, kann die Fahrt fortgesetzt werden.
Wer als Diabetiker neu auf eine Insulintherapie eingestellt oder umgestellt wird, sollte erst nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt Auto fahren. Erst wenn sein Stoffwechsel stabil ist, darf er sich wieder ans Steuer setzen. Übrigens ist nicht nur Unterzuckerung, sondern auch Überzuckerung am Steuer gefährlich. Sie kann zu extremer Müdigkeit, Sehstörungen und Bewusstlosigkeit führen.




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