
Car to Car-Kommunikation
Staffellauf der Warnmeldungen
Herbstliche Straßenverhältnisse - in einem Waldstück liegt viel nasses Laub und es ist gefährlich glatt. Feine Sensoren eines Fahrzeugs, das diese Kurve passiert, registrieren die glatte Fahrbahn und melden sie an andere Fahrzeuge weiter. "Achtung, wir nähern uns einer Kurve mit erhöhter Glättegefahr", empfangen nachfolgende und entgegenkommende Fahrzeuge die Warnmeldung. Die Fahrer können sich rechtzeitig auf die kritischen Straßenverhältnisse einstellen. Und beinahe wie ein Staffelstab wird die Warnmeldung von einem zum nächsten Fahrzeug immer weitergegeben.Car to Car-Kommunikation heißt das Zauberwort. Die Autos der Zukunft sind nicht mehr nur allein unterwegs. Sie sind miteinander vernetzt und geben sich Informationen über Gefahrenstellen weiter. Ein Stauende auf der Autobahn hinter einer Kurve, eine Nebelbank in einer Senke, durch welche die Sicht plötzlich auf unter 50 Meter sinkt. Noch sind dies Horrorszenarien, die immer wieder zu schweren Unfällen führen. Wenn die Autos gelernt haben, miteinander zu sprechen, werden auch diese Unfallgefahren ihren Schrecken verlieren.
Experten schätzen, dass erste Serienfahrzeuge mit der Car to Car-Kommunikation im Jahr 2015 vom Band laufen könnten. Sie könnten dann nicht nur von anderen Fahrzeugen Informationen aufnehmen, sondern auch von fest stehenden, kleinen Mini-Sendern am Straßenrand, so genannten "Roadside Units", beispielsweise an einer Ampel oder einer Kreuzung. Nicht erst das Warndreieck weist dann etwa auf ein Pannen- oder Unfallfahrzeug hin, sondern das Fahrzeug selbst sendet die entsprechenden Informationen an andere Fahrzeuge im Umkreis und deren Fahrer. Auch als Ergänzung von Blaulicht und Martinshorn für Polizei und Rettungskräfte sind virtuelle Signale in der Diskussion.
Jeder Neuwagen weiß heute ohnehin über seine elektronischen Sensoren viel mehr über die Umgebung und die Straße als der Fahrer ahnt. ABS, Antischlupfregelung und ESP heißen die bekanntesten Fahrerassistenten. Aber auch das Außenthermometer sowie Sensoren für Warnblinker, Licht, Regen und Lenkwinkel sammeln unermüdlich Daten. Das Auto der Zukunft soll diese Daten mit seiner Umgebung in einem selbst organisierten, autonomen Netzwerk abgleichen . Dazu würden die Fahrzeuge mit einer Wireless-Einheit ausgerüstet, wie man sie in modernen PCs vorfindet. Das Satelliten-Ortungssystem GPS liefert die Positionsdaten.
Doch die Kommunikation von Auto zu Auto ist noch ein Zukunftsthema. Im Straßenverkehr von heute sorgt die Kommunikation von Mensch zu Mensch für Sicherheit. Wer sich partnerschaftlich auf andere einstellt, mit ihren Fehlern rechnet und defensiv-gelassen fährt, leistet einen wesentlichen Beitrag zu mehr Sicherheit auf der Straße. Dazu gehört auch, im Stadtverkehr immer wieder den Blickkontakt mit anderen Verkehrsteilnehmern zu suchen.




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