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Kreuz am Straßenrand

Wissenschaftlerin Mary Ward

Erstes Opfer eines Autounfalls

Die irische Wissenschaftlerin Mary Ward gilt als das erste Opfer eines Autounfalls. Sie starb am 31. August 1869. Zusammen mit ihrem Ehemann fuhr sie im irischen Parsonstown in einem mit Dampfkraft betriebenen Fahrzeug, wurde herausgeschleudert und von dem Wagen überrollt. Einen Sicherheitsgurt als Lebensretter gab es zu dieser Zeit noch nicht


Bridget Driscoll starb am 17. August 1896 in London als erste Fußgängerin bei einem Autounfall. Von einem Auto der Anglo-French Motor Car Company mit einer Geschwindigkeit von zwar nur etwa 4 mph (ca. 6,4 km/h) angefahren, erlitt dabei aber eine so schwere Kopfverletzung, dass sie wenige Minuten später starb.

Henry Bliss steht in den Geschichtsverzeichnissen als erstes Autounfallopfer Nordamerikas. Auch er wurde von einem Auto angefahren, und zwar beim Verlassen eines New York City Autobusses.

Seit dieser Anfangszeit der Automobile sind weltweit schätzungsweise über 20 Millionen Menschen bei Autounfällen gestorben. Ohne die zunehmend verbesserte Sicherheitstechnik wäre es jedoch ein Vielfaches. Waren es in den Anfangsjahren nur einzelne tragische Unfälle, so wuchs bis zu den 1930er Jahren mit dem zunehmenden Verkehrsaufkommen auch das Problem der Fahrzeug- und Verkehrssicherheit. Pro 100 Millionen gefahrene Automobilmeilen gab es damals 15,6 Todesfälle. Zum Vergleich: Heute liegt der Wert trotz weit höherer Verkehrsdichte bei ca. 1,8 Todesfällen pro 100 Millionen Automeilen.

Ein Sicherheitsgurt hätte Mary Ward sicherlich das Leben gerettet. Aber einen solchen gab es in ihrem Prototyp natürlich noch nicht. Noch bis in die 1950er Jahre wurden Insassen schon bei einem frontalen Aufprall mit geringer Geschwindigkeit durch die Windschutzscheibe geschleudert. Bei solchen Unfällen bestanden oft nur geringe Überlebenschancen.

Die Karosserien der Fahrzeuge waren steif und formstabil, so dass die Aufprallkräfte mangels Knautschzonen direkt und ungehemmt auf die beteiligten Verkehrsteilnehmer wirkten. Armaturenpulte aus hartem Metall, ein steifes, fest verschraubtes Lenkrad, herausstehende Knöpfe, unflexible Hebel und Gestänge stellten bei einem Zusammenprall tödliche Gefahren dar.

In Deutschland wurde erstmals 1906 die Verkehrstoten gezählt. 51 Menschen starben in jenem Jahr durch Autounfälle. Bereits 1913 hatte sich die Zahl der Opfer verzehnfacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Zahl von jährlich 8.000 Toten bis Anfang der 70er Jahre auf über 20.000 Opfer an. Seitdem geht die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle zurück. 2007 kamen deutschlandweit erstmals weniger als 5.000 Personen im Straßenverkehr ums Leben (4.949). Doch nicht nur Sicherheitstechniken, sondern auch eine vorausschauende, defensive Fahrweise trägt dazu bei, die Verkehrssicherheit in Deutschland zu verbessern.
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