
Rallye fahren
Wenn der Beifahrer im Gebetbuch liest
Mal auf Schotter, mal auf Schnee und Eis, mal auf griffigem Asphalt , mal auf sandigem Untergrund – Rallye fahren heißt Kampf um die Bestzeit auf immer wieder neuen Strecken. Für Niki Schelle, Rallyepilot, Moderator und Testfahrer für das Motorsportmagazin Grip und Männer TV, macht das die Faszination am Rallyesport aus. Der Chef von Suzukis Rallye Junior Team Germany erläutert aber auch, dass vieles, was im Rallyesport gilt, auch im normalen Straßenverkehr für mehr Sicherheit sorgt.Auch auf der Rallyestrecke gilt: vorausschauend fahren. Dafür hat der Fahrer seinen Co-Piloten, der ihm unablässig aus seinem so genannten "Gebetbuch" vorliest. Darin hat der Beifahrer die Streckenführung notiert. Er informiert den Fahrer über den Fahrbahnbelag (griffiger Teer, rutschiges Kopfsteinpflaster, Schotter, Sand), über die nächsten Kurven und den Gang, den der Fahrer wählen soll.

Nikki Schelle
Schon mit 14 Jahren war Niki Schelle selbst Beifahrer eines erfahrenen Rallyepiloten. Heute gibt er seine Erfahrung an die jungen Nachwuchsfahrer in seinem Team weiter. Auf der Rallyepiste reiche ein lockerer rechter Fuß am Gaspedal und der Spaß am schnellen Fahren nicht aus, um sicher über Schotter, Schnee und Asphalt zu kommen. Der Kopf müsse immer eingeschaltet werden, um vorauszudenken und die richtige Mischung zwischen Gas geben und Bremsen zu finden. "Du bist schnell von der Strecke runter", erklärt Schelle. Ohnehin ist für ihn ein guter Autofahrer einer, "der vorausschauend fährt, der nicht immer auf sein Recht pocht und der darauf schaut, was andere machen".
Rallyefahrzeuge müssen hohe Sicherheitsstandards erfüllen: Zur Grundausstattung gehören neben dem Überrollkäfig spezielle Schalensitze, mindestens 4-Punkt-Gurte (die meisten Fahrer, so Schelle, nutzen 6-Punkt-Gurte) und eine Feuerlöschanlage. Bei großen Rallyeveranstaltungen wie Weltmeisterschaften sind die Fahrzeuge zusätzlich mit einem automatischen Notrufsystem ausgerüstet.
Die Fahrer schützen sich mit feuerfester Kleidung von der Unterwäsche bis zu Schuhen, Overall und Handschuhen, natürlich mit einem Helm und dem HANS-Sicherheitssystem, das auch in der Formel 1 zum Einsatz kommt. HANS (Head and Neck System) verhindert, dass der Kopf bei einem Frontalaufprall nach vorne geschleudert wird, und minimiert damit das Risiko eventueller Kopf- und Nackenverletzungen.




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