
Leuchtdioden
Wenn Autos weiter sehen und sich verstehen
Leuchtdioden lösen bei der Fahrzeugbeleuchtung ganz allmählich herkömmliche Glühlampen ab. In Zukunft sollen sie aber nicht nur leuchten. Entwickler setzen LEDs mit Infrarot-Technik in Nachtsicht-Assistenten und in der Car-to-Car-Kommunikation ein, um den Straßenverkehr sicherer zu machen.Neuartige Infrarot-Leuchtdioden könnten zum Beispiel die Leistungsfähigkeit von Nachtsicht-Assistenten weiter steigern. Einige Nachtsicht-Assistenzsysteme basieren auf einer Infrarotkamera an der Frontscheibe. Leuchtdioden, die Infrarotlicht aussenden, könnten die Sichtweite des Nachtsicht-Assistenten von morgen um bis zu 50 Prozent vergrößern, da sich die Lichtwellenlänge von LEDs noch besser an die Empfindlichkeit der Kamera anpassen lässt. Das ist mit heutigen Infrarot-Scheinwerfern kaum möglich.
Auch eine situationsabhängige dynamische Lichtverteilung wird mit LEDs leichter möglich. Sie erlaubt es zukünftig, das Fernlicht bei Gegenverkehr noch besser kontinuierlich anzupassen. Möglich machen dies eine Kamera hinter der Windschutzscheibe und das sehr schnelle Ansprechverhalten der Leuchtdioden. Die Kamera beobachtet den Gegenverkehr und berechnet kontinuierlich die Distanz zwischen dem eigenen Auto und entgegenkommenden oder vorausfahrenden Fahrzeugen. Bei Bedarf blendet das elektronische Steuergerät das Fernlicht automatisch ab.
Als Rück- und Bremslichter sind Leuchtdioden schon seit einigen Jahren Standard. Mit ihrem schnellen Ansprechverhalten leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Unfallvermeidung. In Zukunft könnten LED-Bremslichter aber auch noch eine weitere Aufgabe übernehmen, die weit über die eigentliche Lichtfunktion hinausgehen. Ingenieure möchten die schnellen Lichtsignale auch dazu nutzen, Sicherheitsinformationen an andere weiterzugeben. "Car-to-Car-Kommunikation" heißt das Stichwort. So könnten die Bremsleuchten Daten über die tatsächliche Verzögerung des vorausfahrenden Autos weitergeben, als würde ein Auto dem nachfolgenden zurufen: "Achtung, ich muss Bremsen!" Und der Sensor am anderen Wagen würde sogar registrieren, wie stark der Bremsassistent den Bremsdruck einstellen muss.
Erste Tests zeigen, wie schnell und wie leistungsstark der Daten-Transfer via Licht ist. Die LED-Bremslichter ermöglichen es, pro Sekunde acht Megabyte bis zu 130 Meter weit zu übertragen. Damit könnte die LED-Technik der Zukunft mithelfen, Auffahrunfälle zu vermeiden.
Schon heute leistet eine gelassene Fahrweise einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Mangelnder Abstand ist laut Statistischem Bundesamt die dritthäufigste Unfallursache in Deutschland. Nach der Faustregel "Abstand gleich halber Tacho" ist bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h ein Sicherheitsabstand von mindestens 50 Metern einzuhalten. Zur Orientierung : Die Leitpfosten auf Autobahnen und Landstraßen stehen auf gerader Strecke 50 Meter auseinander. Hilfreich ist auch die "Zwei-Sekunden-Regel": Wenn der Vordermann eine Markierung (Leitpfosten, Verkehrsschild) passiert hat, ruhig "einundzwanzig, zweiundzwanzig" zählen. Wer die Markierung erreicht, bevor er damit fertig ist, der ist zu dicht dran. Bei schlechten Sicht- und Wetterverhältnissen muss der Abstand vergrößert werden.




![[Logo] www.jugend-arbeitsschutz-preis.de](/images_nextline/JAZ_Farbe.gif)