Ring-Taxi

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In zehn Minuten durch die "Grüne Hölle"

Die Nordschleife des Nürburgrings gilt als schönste, anspruchvollste und längste Rennstrecke der Welt. Die "Grüne Hölle" heißt sie im Volksmund. Das ganze Jahr über pilgern, wenn es die Witterungsverhältnisse zulassen, Tausende von Rennsportfans in die Eifel, um selbst über den Kurs zu fahren, oder anderen dabei zuzusehen. Wieder andere setzen sich für ein ganz besonderes Erlebnis ins Fahrzeug eines Profis. Sie buchen eines der zahlreichen Ring-Taxis.


Nur wenige Piloten sind in der Lage, die Nordschleife zügig und dennoch sicher zu fahren. Zudem bedarf es eines besonderen Autos, um die 73 Kurven, 300 Höhenmeter und 20,8 km Länge innerhalb von zehn Minuten zu bewältigen. Rund 180 Euro kostet der Spaß. An sieben oder acht Einsatztagen ist Bernd Limmer pro Jahr auf der Nordschleife als Ring-Taxi-Fahrer unterwegs. Ansonsten arbeitet er im Bereich Fahrzeugtechnik bei BMW Entwicklung und als Instruktor bei BMW-Fahrer-Trainings.

Ring-Taxi
Bis zu drei Personen können sich zusammen mit dem Taxi-Fahrer auf den Weg durch die "Grüne Hölle" machen. "Es kommen ganz unterschiedliche Leute, die erwachsene Tochter mit ihrer Mutter, aber auch ein Elternteil mit den Kindern", erzählt Limmer. "Das ist eine Erlebnisveranstaltung. Die einen gehen zum Bungee-Jumping, die anderen setzen sich ins Ring-Taxi." Er erlebe sich dabei immer in einem gewissen Zwiespalt, verrät er. Zum einen erwarteten die Mitfahrer eine spektakuläre Fahrt. "Sie wollen die Nordschleife im Renntempo erleben." Auf der anderen Seite muss er mit der nötigen Sicherheit seinen Job machen, schließlich fährt das Ring-Taxi im normalen Touristenverkehr mit. "Ordentlich schnell und so sicher wie möglich zu fahren, das ist die große Kunst."

Dieser Touristenverkehr ist nicht ungefährlich, das weiß der erfahrene Nordschleifenpilot. Groß sind die Unterschiede zwischen rennambitionierten Fahrern und typischen Sightseeing-Touristen, die zwar zügig, aber doch wesentlich langsamer über den Kurs fahren. "Man kann nicht davon ausgehen, dass der andere einen gesehen hat", so lautet eine der Grundregeln Limmers. Es sei wichtig, Gefahrensituationen möglichst zu vermeiden.

Dass Sicherheit ganz groß geschrieben wird, sieht man auch daran, dass in Sachen Technik keine Kompromisse gemacht werden. In einem peniblen Rhythmus wird das Ring-Taxi gewartet. Reifen und Bremsen werden täglich gewechselt, auch wenn man damit vielleicht noch ein paar Tage fahren könnte.

Vor jedem Einsatztag drehen die Ring-Taxi-Fahrer eine so genannte Installationsrunde, um sich selbst wieder an die Nordschleife heranzutasten. Und bei aller Erfahrung seien die Verhältnisse auf dem Ring doch immer wieder neu. Und er ist eben nicht allein unterwegs. Wie im normalen Straßenverkehr sei "für die anderen Mitdenken oft wichtiger als das eigentliche Fahren". Es gehöre schon etwas Disziplin dazu, defensiv zu fahren, obwohl das Fahrzeug mehr leisten könnte.

Trotzdem kommen seine Kunden voll auf die Kosten. "Gerade junge Mitfahrer sind anfangs überheblich, lässig und cool. Wenn wir dann mit 180 in die erste Senke Tiergarten fahren, wird es ruhig im Auto. Und dann kommen die Fragen: Halten das die Reifen aus? Schafft das die Technik?", grinst Bernd Limmer.

Ring-Taxi-Fahrten gibt es von verschiedenen Anbietern. Von April bis Oktober kutschieren Bernd Limmer und seine Kollegen Runde für Runde neue Co-Piloten durch die "Grüne Hölle“.

Eine Auswahl von Veranstaltern:
www.ring-taxi.de
www.racecarevent.com
www.renn-taxi.de

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