
Schleuderschutz
ESP: Auch in Kleinwagen immer öfter
Der Schleuderschutz ESP wird allmählich auch in Kleinwagen serienmäßig. Ein Rundgang über die IAA 2009 zeigt aber, dass manche Hersteller für einen niedrigen Preis doch noch an der Sicherheit sparen wollen. Bei anderen kostet das Stabilitätsprogramm einen teils erheblichen Aufpreis. Gerade aber für Fahranfänger lohnen sich Investitionen in die eigene Sicherheit, denn sie haben im Straßenverkehr das höchste Risiko.Die Preisunterschiede bei ESP als Zusatzausstattung sind beträchtlich: Oft ist es Teil eines Sicherheits-Pakets und kostet z.B. zusammen mit Antischlupfregelung (ASR) und weiteren Airbags bis zu 1.290 Euro Aufpreis.
ESP heißt "elektronisches Stabilitätsprogramm". Durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder stabilisiert es das Fahrzeug in kritischen Fahrsituationen, etwa in Kurven, auf Straßen mit Schnee und Eis oder bei plötzlich notwendigen Ausweichbewegungen. Dadurch wird die Schleudergefahr deutlich reduziert. Laut mehreren Studien können Schleuderunfälle durch ESP um 30 bis 40 Prozent reduziert werden.
Ohne Aufpreis verfügen etwa der Ford Fiesta, der Opel Corsa, der VW Polo, der Smart Fortwo, der Seat Ibiza, der Mazda 2, der Honda Jazz und der Alfa Mito über das Sicherheitssystem. Für den Ford Ka gibt es ESP erst für das Modell Titanium gegen einen Aufpreis von 360 Euro mit ASR und Berganfahrassistent. Beim Opel Agila ist das Stabilitätsprogramm für alle Modelle als Sonderzubehör zu haben, Aufpreis: 390 Euro. Bei VW muss man für den Fox 430 Euro mehr zahlen, wenn man ESP haben möchte. Auch bei Skoda ist ESP grundsätzlich zu haben. Bei den Basismodellen von Fabia und Roomster gegen 300 Euro Aufpreis, bei höher Ausstattung serienmäßig.
Schlecht sieht es dagegen zum Beispiel bei Dacia mit den Kleinwagen Logan und Sandero und beim Subaru Justy aus. Sie gibt es genauso wenig mit Stabilitätsprogramm wie die Kleinwagen Matiz und Aveo von Chevrolet.
Bei Hyundai ist die Basisversion des Kleinwagens i10 nicht mit ESP ausgestattet. Für die stärker motorisierten Varianten kostet ESP 550 Euro Aufpreis. Alle größeren Modelle wie der i20 und der i30 haben ESP bereits serienmäßig. Auch für Kia gilt: In der Basisversion ist ESP für Kleinwagen (noch) nicht zu haben. Für die Basismodelle des Picanto, des Rio und des cee'd gibt es kein ESP. Für den Picanto in den teureren Ausstattungsversionen kostet es 400 Euro mehr, beim Rio und cee'd ist es dann serienmäßig.
Wie bei einigen anderen Herstellern wird bei Toyota ein Wandel deutlich: Während der schon etwas ältere Yaris in der Basisversion nicht mit Stabilitätsprogramm angeboten wird, ist es beim jüngeren Aygo zumindest gegen 445 Euro Aufpreis erhältlich und beim iQ serienmäßig. Für den Yaris Cool kostet das Stabilitätsprogramm inklusive Scheibenbremsen hinten 520 Euro mehr. Bei den Modellen Yaris Sol und Yaris Executive ist es serienmäßig.
Renault bietet ESP für die Twingo-Modelle Rip Curl und GT nur als Sonderausstattung im Easy Drive-Paket mit Tempopilot mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Licht- und Regensensor, ASR und Untersteuerungskontrolle (USC) für 550 Euro an. Als Sportversion hat der Twingo ESP serienmäßig. Bis auf das Modell Campus haben alle Clios ESP serienmäßig. Wie der Kangoo Campus ist der Clio Campus aber nicht mit ESP lieferbar.
Bei Suzuki gibt es ESP für viele Kleinwagen serienmäßig, so zum Beispiel grundsätzlich für den Swift sowie für den Alto und den Splash in den Modellversionen Club und Comfort. Für den Alto ist es in der Basic-Version zusammen mit Vorhangairbags gegen 700 Euro Aufpreis erhältlich, für den Splash Basic leider gar nicht.
Für den Daihatsu Cuore gibt es ESP nur für das Modell Top als Zusatzausstattung in einem Paket unter anderem mit Leichtmetallrädern, Kopf- und Knieairbags für satte 1.290 Euro mehr. Auch beim Daihatsu Sirion ist ESP nur in der teuersten Modellversion erhältlich, dann allerdings ohne Aufpreis.
Für den Fiat 500er kostet ESP in Verbindung mit Bremsassistent, ASR und Anfahrhilfe "Hill Holder" 350 Euro Aufpreis. Beim Qubo gibt es das gleiche Paket für 500 Euro, jedoch nur in Verbindung mit dem 16-Ventil-Motor. Ähnliches gilt für den Panda: In den Ausstattungsvarianten Active und Panda Panda ist ESP nicht erhältlich, in allen anderen gegen 500 Euro Aufpreis im Paket. Für den Lancia Ypsilon gibt es ESP erst ab dem 1,4-Liter-Motor im Zusatzpaket mit ASR und "Hill Holder" für 500 Euro.
Bei Citroën gibt es für den C1 als Modell Advance ein Sicherheitspaket mit ESP, ASR Kopfairbags, elektrischer Servolenkung und höhenverstellbarem Lenkrad für 990 Euro Aufpreis, für den C1 Style kostet das Paket mit ESP, ASR und Kopfairbags 660 Euro zusätzlich. Der C2 wird in der Variante Tonic gar nicht mit ESP ausgestattet. Gegen 690 Euro Aufpreis gibt es das Paket mit ESP, ASR und Kopfairbags zumindest für den C2 VTR. Bei Peugeot ist der 107er ist in der Ausstattungsvariante Petit Filou gar nicht mit EPS lieferbar, als Filou oder Street Racing gegen einen Aufpreis von 420 Euro. Für den Peugeot 206+ mit 60-PS-Motor ist ESP nicht lieferbar. Bei stärkerer Motorisierung kostet es wie beim 207 und dem Kleintransporter Bipper 460 Euro mehr.
Egal ob mit oder ohne ESP: Die Grenzen der Physik lassen sich nicht aufheben. Wer also ein Fahrzeug mit Stabilitätsprogramm steuert, darf sich nicht blind auf die Technik verlassen. Um gefahrlos durch das Verkehrsgeschehen zu kommen, sind auch mit ESP eine vorausschauende Fahrweise und ein fairer Umgang mit den anderen Verkehrsteilnehmern unbedingt nötig. ESP hält das Auto zwar bis an die physikalische Grenze in der Spur und kann so mithelfen, viele Unfälle zu verhindern. Der Fahrer bleibt aber trotzdem der entscheidende Faktor.
Ab 2011 müssen alle neuen Pkw und Lkw, die in der Europäischen Union zugelassen werden, mit ESP ausgestattet sein.




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