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Nachtabschaltung

Unfallrisiko "tote" Ampeln

Nachts werden Verkehrsampeln in vielen Städten ausgeschaltet. Diese Maßnahme soll Strom sparen und in Zeiten von wenig Verkehr unnötiges Anhalten verhindern. Ausgeschaltete Ampeln bergen aber auch ein gewisses Gefahrenpotenzial. Durch Unachtsamkeit kann es leicht zu Unfällen kommen.


Seit zwei Jahren werden zum Beispiel in Duisburg um 22 Uhr mehr als die Hälfte der Ampeln abgeschaltet. Nach Angaben der Duisburger Polizei haben sich die Unfallzahlen nachts seitdem deutlich erhöht. Bei der Untersuchung von 18 Unfallschwerpunkten wurde deutlich: In drei Jahren vor der Nachtabschaltung passierten an den 18 Kreuzungen drei nächtliche Unfälle. Danach ereigneten sich nachts in einem Jahr 21 Unfälle mit 39 Verletzten.

Auch in anderen Orten sparen Kommunen Geld und schalten Ampeln ab. Für Reinhold Maier von der Technischen Universität Dresden gehen nachts viel zu oft die Lichter aus: Im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat der Professor für Straßenverkehrstechnik untersucht, wie gefährlich es ist, nachts die Ampeln abzuschalten. Fazit: Aus Sicherheitsgründen sollten nachts die Ampeln besser eingeschaltet bleiben.

Die Verkehrsforscher haben die Unfälle von drei Jahren an 273 Ampelkreuzungen in Dresden, Leipzig und im Landkreis Harburg untersucht und 1.855 Unfälle mit Verletzten ausgewertet. Verglichen mit durchgängig laufenden Ampeln verdoppelte sich an nachts abgeschalteten Anlagen das Unfallrisiko nahezu. Auch die Struktur der Schäden verändert sich: Während Unfälle im Längsverkehr, wie zum Beispiel der typische Auffahrunfall, stark zurückgingen, nahmen Zusammenstöße beim Einbiegen und Kreuzen überproportional zu. Da ohne Ampeln schneller gefahren wird, fielen die aufgenommenen Unfälle gleichzeitig deutlich schwerer aus.

Ist eine Ampel nachts ausgeschaltet, gelten die Verkehrszeichen. Während die Ampel auf der vorfahrtberechtigten Straße komplett dunkel ist, zeigt sie in der Nebenrichtung gelbes Blinklicht. Hier stehen dann die Zeichen „Vorfahrt gewähren“ oder „Stopp“. Doch auch auf der Vorfahrtstraße sollten Verkehrsteilnehmer nachts an abgeschalteten Ampeln besonders wachsam sein und für andere mitdenken. Müdigkeit, schlechte Sichtverhältnisse und die ungewohnte Situation durch die abgeschaltete Ampel können leicht zu Fahrfehlern führen, die dann in einem Unfall enden. Wer in einer solchen Situation defensiv und bewusst etwas langsamer fährt, zeigt wahres Können.
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