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Billigreifen

Falsch gespart kostet die Sicherheit

"Geiz ist geil" hieß es lange in der Werbung. Viele sind ständig auf der Suche, wo sich noch ein paar Euro einsparen lassen. Bei Reifen spart man an der falschen Stelle. Wer zu billigen Winterreifen greift, zahlt am Ende bei der Sicherheit drauf.


"Der Reifen wird sehr häufig unterschätzt: Er ist rund, er ist schwarz und sieht sehr einfach aus, ist er aber nicht", erklärt Clemens Klinke, Vorsitzender der Geschäftsführung der DEKRA Automobil GmbH. "Der Reifen ist der Kontakt zwischen Fahrbahn und Fahrzeug. Da spielt sich alles ab. ABS, ESP kann nur funktionieren, wenn wir gute Reifen haben."

Immer wieder zeigen Reifentests der DEKRA und des ADAC: Billig-Importreifen können mit Premium-Fabrikaten nicht mithalten. "Die Billigreifen sind technisch um rund 20 Jahre veraltet", sagt DEKRA-Reifenexperte Franz Nowakowski. Bei hohen Geschwindigkeiten können sie explosionsartig platzen. Gerade bei Nässe, aber teilweise auch bei Trockenheit offenbaren billige Winterreifen aus China oder Taiwan oft extreme Schwächen. Etwa bei der Vollbremsung bei Nässe aus Tempo 80: Während ein Auto mit Premium-Reifen schon nach 39 Metern steht, fährt das Fahrzeug mit den Billigreifen zu diesem Zeitpunkt immer noch 30 km/h und kommt erst 13 Meter weiter zum Stehen – für einen Fußgänger oder Fahrradfahrer, der angefahren wird, wäre das lebensgefährlich.

Crashtests der DEKRA belegen, wie sich die höhere Kollisionsgeschwindigkeit durch billige Reifen und schlechtere Bremswirkung auf die Unfallschwere auswirkt. Erfolgt die Kollision eines Autos nach einem Bremsvorgang aus 101 km/h mit Premiumreifen mit 58 km/h, so ist das Fahrzeug mit Billigreifen und einer um 24 Prozent reduzierten Nassbremsleistung beim Aufprall noch 68,8 km/h schnell. Die Folgen: Während Fahrer und Beifahrer im erste Fahrzeug ein relativ geringes Verletzungsrisiko hätten und den Wagen ohne fremde Hilfe verlassen könnten, wären besonders beim Fahrer des zweiten Autos im Bereich des Beckens und der Oberschenkel irreversible Schäden wahrscheinlich. Auch der Beifahrer hätte ein hohes Verletzungsrisiko.

Angesichts dieser Ergebnisse ist es umso erschreckender, wenn laut einer DEKRA-Umfrage fast jeder fünfte Autofahrer bereit wäre, aus Kostengründen auf Billigreifen zu wechseln. Was viele dabei übersehen: Selbst wenn nichts passiert, ist die Einsparung wegen der geringeren Haltbarkeit der Billigreifen durch den höheren Verschleiß ohnehin schnell wieder dahin.
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