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Altersanzug

Eingeschränkte Beweglichkeit

Anzüge lassen Autoentwickler um Jahre altern

Wenn sich die Entwicklungsingenieure im Ford Forschungszentrum Aachen und in der Produktentwicklung in Köln-Merkenich in ältere Verkehrsteilnehmer hineinversetzen wollen, ziehen sie einen Anzug an. Aber nicht irgendeinen. So genannte Altersanzüge sorgen dafür, dass die Entwicklungsingenieure in ihrer Mobilität deutlich eingeschränkt werden – eben so, wie es ältere Verkehrsteilnehmer am Steuer ihres Wagens auch sind.


Der Altersanzug berücksichtigt neueste Erkenntnisse aus der Gerontologie (Alters-forschung) und ist über einen Altersbereich von 60 bis 85 Jahre skalierbar. Je nach Alter wiegt der Anzug zwischen 5,3 und 6,9 Kilogramm. Mit Hilfe des Anzugs werden Gelenke versteift. Die Beweglichkeit im Nacken- und Hüftbereich wird erschwert. Im Fußbereich simulieren spezielle Orthesen, die normalerweise nach Unfällen oder Operationen in der Orthopädie verwendet werden, eine Fußheberschwäche.

Mittels spezieller Handschuhe wird der spürbare, altersbedingte Kraftverlust und der mit zunehmendem Alter eingeschränkte Tastsinn simuliert. Letzterer kann seine Ursache in einer Erkrankung des Nervensystems haben, die häufig mit einer Zuckerkrankheit in Zusammenhang steht.

Auch das eingeschränkte Sehvermögen, an dem ältere Menschen vielfach leiden, kann mit Hilfe von insgesamt 22 Brillen demonstriert werden. Die Brillen führen den Autoplanern die unterschiedlichsten Augenerkrankungen im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen. Dazu gehören gerade auch klassische Beschwerden wie Alters-weitsichtigkeit, Starerkrankungen oder die altersbedingte Makuladegeneration, ein Sehverlust am Punkt des schärfsten Sehens.

Optimale Fahrzeuge für Senioren und ihre möglicherweise eingeschränkte Mobilität sind ein guter Beitrag für die Verkehrssicherheit. Viel wichtiger ist es allerdings, dass sich Verkehrsteilnehmer als freundliche Partner untereinander verstehen – egal wie alt sie selbst und diejenigen, denen sie begegnen, sind. Wer mit den Schwächen, Fehlern und Einschränkungen der anderen rechnet, vermeidet brenzlige Situationen und hat genug Sicherheitsreserven, um Unfälle zu verhindern. Fehler passieren jungen und älteren Verkehrsteilnehmern. Verständnis für die Einschränkungen der anderen hilft – gerade auch im Straßenverkehr.
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