Nebel
Bei schlechter Sicht Fuß vom Gas
"Achtung liebe Autofahrer, im Raum Hamburg Nebel, teilweise mit Sichtweiten unter 50 Metern." So oder ähnlich lauten Radiodurchsagen in Herbst und Winter. Im Schnitt beeinträchtigt die "graue Suppe" den Verkehr an 23 Tagen pro Jahr. Das Risiko, in einen der gefürchteten folgenschweren Nebelunfälle verwickelt zu werden, hat nach Untersuchungen des Auto Club Europa (ACE) in den vergangenen Jahren dennoch deutlich abgenommen. In den vergangenen 34 Jahren ging die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden wegen Sichtbehinderung durch Nebel um nahezu 80 Prozent zurück.Wurden nach Angaben des ACE, der Daten des Statistischen Bundesamtes auswerten ließ, im Jahr 1975 insgesamt noch 2.250 Nebelunfälle mit Personenschaden von der Polizei aufgenommen, so sank die Zahl dieser Unfälle seit 1995 überproportional auf im Schnitt 518 Unfälle jährlich. Dennoch zeigen die Folgen, dass sich viele Verkehrsteilnehmer bei Nebel und schlechten Sichtverhältnissen nicht angemessen verhalten: In den vergangenen zehn Jahren kamen bei Nebelunfällen 264 Menschen ums Leben, 7.853 wurden zum Teil schwer verletzt.
Autofahrer können das Risiko eines Nebelunfalls reduzieren, wenn sie
- langsamer fahren und, wenn sich Nebel ankündigt, früher als sonst starten,
- das Abblendlicht und ggf. Nebelscheinwerfer einschalten,
- mit nebelbedingten Fehlern anderer rechnen,
- Ablenkungen und Nebenbeschäftigungen vermeiden,
- nur bei Sicht unter 50 Metern zusätzlich die Nebelschlussleuchte einschalten und
- Abstand halten.
Keinesfalls sollte man sich dazu verleiten lassen, aufgrund eingeschränkter Sicht dichter auf den Vordermann aufzufahren. Auch sollte man im Nebel nicht zu weit in Richtung Straßenmitte steuern und am Mittelstreifen entlangfahren. Zur Orientierung sollte man dagegen einfach die Leitpfosten am Straßenrand nutzen. Zudem ist es sinnvoll, mehr Pausen als normal einzulegen, denn Fahren bei schlechter Sicht erfordert höhere Konzentration.
Der insgesamt positive Trend bei Nebelunfällen ist nach Ansicht der ACE-Experten vor allem auf den vermehrten Einsatz moderner Nebelwarnsysteme gerade auf Autobahnen zurückzuführen. Wenn in einem Streckenabschnitt Nebel aufkommt, treten elektronisch gesteuerte Nebelwarner in Aktion, zum Beispiel mit Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Überholverboten. Solche Nebelwarner sind beispielsweise auf der A9 auf Höhe Eching, auf der A8 im Raum Ulm und auf der A100 in Berlin installiert. Um die Wirkung der elektronischen Nebelwarnungen zu erhöhen, kommen auf diesen Strecken häufig auch radargestützte Geschwindigkeitsüberwachungen zum Einsatz.
Nebel tritt im Übrigen nicht in allen Regionen Deutschlands gleich auf. Autofahrer in Stuttgart müssen sich am wenigsten vor Nebel fürchten. Dort ist die Sicht statistisch gesehen am seltensten durch Nebel eingeschränkt. Auf der Hitliste der nebelreichsten Städte Deutschlands steht Greifswald ganz oben.
So viele Nebeltage gab es in den einzelnen Städten im Durchschnitt der Jahre 1998 bis 2008:
- Greifswald: 34,00
- Hamburg: 33,82
- Dresden: 32,09
- Berlin: 30,36
- Nürnberg: 29,91
- München: 26,27
- Düsseldorf: 21,82
- Aachen: 20,18
- Frankfurt/M.: 20,09
- Stuttgart: 3,91
(Quelle: Deutscher Wetterdienst)
Download:
Nebelunfälle – immer weniger Opfer



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