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Beichtmobil

Das Beichtmobil von Kirche in Not

Nicht nur für Verkehrssünder

Er fährt einen älteren VW-Bus. Und trotzdem fällt er damit überall auf. Denn in großen roten Buchstaben steht auf seinem Wagen: "Beichtmobil – Versöhnung mit Gott und den Menschen". Bei Großveranstaltungen wie dem Weltjugendtag 2005 in Köln, aber auch einfach mal nur für ein paar Stunden auf einem Rastplatz bietet Pater Hermann-Josef Hubka den Menschen unterwegs die Möglichkeit zum Gespräch an – ein Angebot, nicht nur für Verkehrssünder.


Seit März 2004 fährt der 51-Jährige mit dem Beichtmobil des Hilfswerks "Kirche in Not" auf Deutschlands Straßen. Während in einen Beichtstuhl in einer Kirche nur "Profis" kämen, suchten mit ihm ganz normale Leute von der Straße das Gespräch, erzählt er. Mancher kommt erst einmal ganz vorsichtig, vielleicht anfangs witzelnd, auf ihn zu und spürt dann, dass er sich dem Priester anvertrauen oder bei ihm Rat holen möchte. In den Gesprächen, die sich dann in dem mit einer kleinen Sitzgruppe ausgestatteten Kleinbus entwickeln, kommt oft die ganze Bandbreite des Lebens zur Sprache. Beziehungen, vor allem kaputte Familienbeziehungen seien oft Thema, weil sie für die Menschen sehr schmerzlich seien, erklärt er.

Aber so mancher kommt auch mit Altlasten aus dem Straßenverkehr zu ihm. "Der Straßenverkehr hat vielen Leuten das Leben versaut", sagt Pater Hermann-Josef ohne Umschweife. Schuld, die ein Mensch auf sich geladen habe, etwa nach einer Fahrerflucht vor Jahren oder nach einem verschuldeten Unfall mit Verletzten, plage diesen oft immer noch. Es tue gut, wenn diese Menschen dann anonym mit einem Priester darüber reden könnten, weiß er. Und manchmal münde ein Gespräch darüber dann sogar in eine Beichte.

Wo auch immer er mit dem "fahrenden Beichtstuhl" auftaucht, zieht die Aufschrift an seinem Kleinbus schnell die Blicke der anderen Verkehrsteilnehmer auf sich. "Wenn du dich da schlecht benimmst, das kannst du nicht bringen." Daher versuche er, sich jeweils vorbildlich zu verhalten. Vielleicht, so meint er, wäre es eine gute Idee, wenn jeder Verkehrsteilnehmer seinen Namen aufs Auto schreiben würde. Dann wäre keiner mehr anonym und es würde den Menschen schwerer fallen, sich im Straßenverkehr danebenzubenehmen.

"Cool bleiben und aufeinander achten" sei für ihn ein wichtiges Motto im Straßenverkehr, sagt Pater Hermann-Josef. Oft spüre er auf den Straßen "eine aggressive Note" habe. Viele Menschen seien gestresst durch Staus und Zeitdruck. Dadurch würden immer wieder Situationen entstehen, denen die Einzelnen nicht gewachsen seien.
Auch als Ersthelfer und Notfallseelsorger war der Augustinerpater unlängst gefordert. Mit seinem Beichtmobil kam er zu einem Unfall mit einem Bus mit jungen Menschen und einem Motorradfahrer, der wohl zu schnell war, den Bus gestreift hatte und schwer gestürzt war. "Man tut der Polizei, den Seelsorgern und Sanitätern einen großen Gefallen, wenn man ihnen so etwas erspart", sagt er. "Solche Bilder, die gehen einem nach."

Jungen Leuten versucht er daher zu vermitteln: "Freut euch des Lebens und macht es euch nicht unnötig kaputt, indem ihr euch überschätzt." Er selbst, so erzählt er, habe als Fahranfänger einiges Glück gehabt, dass ihm nichts passiert sei. Gerade wenn man voller Euphorie endlich selbst fahren dürfe, sei es sehr gefährlich.
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