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Sicherheit

Sicherheit von morgen

Automatisch bremsen, anhalten, ausweichen

Moderne Fahrzeuge können Gefahren erkennen und den Fahrer warnen. Bald werden sie aber auch automatisch bremsen, anhalten und ausweichen, wenn der Fahrer nicht entsprechend reagiert. Dennoch bleibt die Verantwortung beim Fahrer, auch wenn sich die Technik immer weiter verbessert.


"Nach dem Sehen bringen wir dem Auto auch das Verstehen und das richtige Handeln bei“, erklärt Prof. Bharat Balasubramanian, Leiter der Mercedes-Konzernforschung. Ein System, das sein Team entwickelt hat, ist der neuartige aktive Fußgängerschutz: eine Kombination aus Radar-Technik, Stereokameras und einem Bildauswertungsprogramm. Wenn ein Mensch auf die Fahrbahn tritt, ermittelt das System den Grad der Gefahr. Je nach dem warnt es den Fahrer, leitet eine Vollbremsung ein oder weicht aus.

Eine Stereokamera erfasst stehende und bewegte Objekte und misst ihre Entfernung. Eine spezielle Software erkennt Fußgänger anhand ihrer Größe, Bewegung und Textur und sie berechnet die wahrscheinliche Bewegungsrichtung und die mögliche Kollisionsgefahr voraus. Müssen Maßnahmen eingeleitet werden, um einen Unfall zu vermeiden, so geschieht dies, wenn ausreichend Zeit zur Verfügung steht durch eine automatische Vollbremsung. Lässt sich der Unfall durch eine Bremsung nicht mehr verhindern und lassen Seiten- und Gegenverkehr ein Ausweichen zu, weicht das Auto durch ein automatisches Lenkmanöver aus.

"Wir wollen unfallvermeidende Autos produzieren", sagt auch Audi-Entwicklungschef Michael Dick. Die Ingolstädter forschen an einem ähnlichen System. Während das Ausweichen des Fahrzeugs noch Entwicklungszeit benötigt, wird eine automatische Notbremsfunktion, wenn Fußgänger queren, früher in Serie gehen. Selbst wenn der Unfall nicht immer verhindert werden kann, die Unfallschwere wird dadurch auf alle Fälle deutlich gemindert.

Ein anderes Audi-Versuchsfahrzeug erkennt per Laser-Abtastung, wenn der Fahrer zu schnell auf ein Stauende zufährt. Es erfasst, ob es Raum zum Ausweichen gibt und warnt den Fahrer. Wenn der nicht oder falsch reagiert, löst es eine Notbremsung aus. Neben Stereokameras und Radar wird in der Zukunft auch die Car-to-Car-Kommunikation dazu beitragen, dass sich Fahrzeuge untereinander vor Gefahren warnen, wie zum Beispiel einem Stauende hinter einer Kurve warnen können.

Neben den Assistenten, die Unfälle vermeiden helfen, geht die Entwicklung aber auch bei Sicherheitssystemen weiter, die aktiv werden, wenn es kracht: Mercedes testet beispielsweise ein Bremskissen unter dem Auto, das sich bei einer Kollisionen schnell wie ein Airbag entfaltet und durch ein spezielles Reibprofil das Auto abbremst. Nach Angaben der Forscher sei die Schutzwirkung bei Tempo 50 so groß wie die von 18 Zentimetern mehr Karosserie-Vorbau.
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