
Rollertuning
Vorsicht Lebensgefahr!
Gegen den allgemein positiven Trend in den Unfallbilanzen geht die Zahl der verletzten und getöteten Zweiradfahrer nicht zurück. Die Zahl der Todesopfer stagnierte im Jahr 2005 im Vergleich zum Vorjahr nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes bei rund 1.000 Todesopfern. Besonders oft sind dabei junge Fahrer zwischen 15 und 25 Jahren betroffen. Und immer häufiger werden gerade bei kleineren Motorrädern (bis 50 ccm) unfallrelevante Mängel festgestellt. Ein Hauptproblem: illegales Tuning.Rund 1,4 Millionen Roller, Mopeds und Mofas fahren auf Deutschlands Straßen. Mit wenigen technischen Kenntnissen und minimalem Aufwand läst sich beispielsweise die Leistung der auf 25 oder 45 km/h gedrosselten Fahrzeuge frisieren. Nicht selten fahren die Zweiräder anschließend 80 oder gar 100 km/h. Bremsen und Fahrwerk sind da natürlich völlig überfordert.
Im Internet finden Rollerfans alles, um ihre Gefährte aufzumotzen: Chiptuningsätze, Sportauspuffanlagen, und sogar Spezialvergaser, Rennkolben und modifizierte Riemenscheiben. Die Leistung lässt sich so um 25 PS und mehr steigern. In Foren tauschen sich die Bastler darüber aus, wie man sich bei Polizeikontrollen am besten verhält und mit welcher Technik der Roller im Ernstfall schnell gedrosselt werden kann. Die Zeiten, da Mofas mit neuem Ritzel und aufgebohrtem Luftfilter sind längst vorbei.
Bei Unfallanalysen der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) wurden an 75 % der 50-ccm-Roller schwerwiegende Mängel festgestellt. In der Regel durch illegales Tuning. Crashtests des GTÜ haben gezeigt: Bei einem Unfall mit überhöhter Geschwindigkeit hätte der Fahrer eines getunten Rollers keine Überlebenschance.




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