
Unterweisungen
Lass uns drüber reden
[4/08] - Wenn sich jemand zum vierten Mal an einer Maschine klemmt, dann müsste der Chef langsam stutzig werden. Entweder der Unglücksrabe stellt sich wirklich extrem dusselig an, oder ihm wurde nicht richtig erklärt, wie die Maschine sicher bedient wird. Solche Unterweisungen sollen verhindern, dass man sich bei der Arbeit verletzt oder sonstwie zu Schaden kommt.Maschinen werden sicherer, aber auch komplizierter. Und wer nicht weiß, wie man ein bestimmtes Gerät sicher bedient, der kann sich dabei weh tun. Deshalb muss jemand, der sich damit auskennt, dem „Neuen“ genau zeigen, wie es funktioniert. Und ihn auch dazu ermuntern, sich daran zu halten.
Vom Gesetz her muss sich der Unternehmer persönlich darum kümmern, dass alle Mitarbeiter unterwiesen werden, die Betriebsanleitungen bekannt und beherzigt werden. Er kann diesen Job aber an andere abgegeben, zum Beispiel an die Abteilungsleiter und direkten Vorgesetzten. Die kennen sich vor Ort sowieso viel besser aus. Deshalb ergibt diese Regelung durchaus Sinn. Allerdings: Jeder Beschäftigte muss unterwiesen werden – ohne Ausnahme.
Unterweisungen in allen "Lebenslagen"
Aber nicht nur, was Maschinen angeht, sind Unterweisungen wichtig. Es geht auch ganz allgemein um sicheres und gesundheitsgerechtes Verhalten, das bei den Unterweisungen zur Sprache kommt. So kann es sein, dass der Chef in einer Abteilung von Sachbearbeitern was zur Vermeidung von Stolperunfällen erzählt, weil er bemerkt hat, dass viele Schubladen offen stehen und jede Menge Krimskrams im Weg herumliegt. Plötzlich werden alle auf solche potenziellen Unfallgefahren aufmerksam und achten künftig besser darauf, Kisten, Kabel und Aktenordner nicht einfach herumstehen und -liegen zu lassen.
Es liegt auf der Hand, dass je nach Arbeitsgebiet die Inhalte von Unterweisungen stark variieren können. Und oft ist es auch nicht mit einer einzigen Unterweisung getan, weil es an diesem bestimmten Arbeitsplatz zahlreiche verschiedene Gefährdungen gibt. Sie alle in einem einzigen Vortrag anzusprechen, würde wenig bringen, denn die Leute würden irgenwann einfach "abschalten", weil sie soviele Informationen auf einmal nicht aufnehmen können.
In einer Unterweisung sollen zur Sprache kommen
- die Gefahren, die den Mitarbeitern unbekannt sind
- die Gefahren, die von den Mitarbeitern unterschätzt und nicht beachtet werden
- die Gefahren, die erfahrungsgemäß leicht zu Unfällen führen.
Ganz eng steht damit in Zusammenhang, auch die Schutzmaßnahmen zu besprechen und auch auf die entsprechenden Vorschriften aufmerksam zu machen.
Länger als 15 bis 20 Minuten sollte eine Unterweisung nicht dauern – länger mag niemand zuhören und aufmerksam sein. Dann lieber kürzer und öfter.
Wenn jemand neu in den Betrieb kommt, erhält er eine Erstunterweisung, bevor er mit der Arbeit beginnt. Erstunterweisungen sind aber auch angesagt, bevor
- Mitarbeiter an andere Arbeitsplätze versetzt werden,
- Mitarbeiter mit neuen Aufgaben betraut werden,
neue Arbeitsverfahren, Maschinen, Geräte, Arbeitsstoffe etc. eingeführt werden, - neue Räumlichkeiten bezogen oder neue Einrichtungen in Betrieb genommen werden und wenn
- neue oder geänderte Vorschriften zu neuen Schutzmaßnahmen Anlass geben.
Denn das sind allesamt Situationen, in denen aus Unkenntnis etwas falsch gemacht werden kann, was eventuell ins Auge geht.
Erfahrungsgemäß ist das Gedächtnis ja ein Sieb und deshalb werden Unterweisungen jedes Jahr wiederholt. Macht Sinn – oder erinnerst du dich noch an alle drei binomischen Formeln?




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